Wie verkauft man eine Immobilie ohne Makler?


 

Den Wert der Immobilie kennen

 

Wenn Sie ein Haus oder eine Wohnung verkaufen wollen, sollten Sie als erstes den aktuellen Marktwert Ihres Hauses kennen. Der Immobilienmarkt unterliegt vielen Schwankungsfaktoren, was die Immobilienbewertung für einen Laien zusätzlich erschweren kann. Ein professioneller Gebäude Schätzer kann Ihnen für CHF 1'000 bis 1'500 eine aktuelle Schatzung erstellen. Hilfreich kann zudem auch eine Einschätzung Ihrer Hausbank sein.

 

 

Eine ansprechende Dokumentation erstellen

 

Steht der Verhandlungspreis einmal fest, geht es daran, alle Unterlagen zusammen zu stellen. Im Kanton Schwyz sind dies primär die Schätzungsverfügung der kantonalen Steuerverwaltung, ein aktueller Grundriss, ein Kataster- und Zonenplan, sowie allenfalls ein Baubeschrieb.

 

Mit diesen Unterlagen können Sie dann darangehen, eine Verkaufsdokumentation zu erstellen. Nebst den oben erwähnten Unterlagen sind vor allem die Fotos sehr wichtig. Lassen Sie nach Möglichkeit professionelle Bilder erstellen. Denken Sie auf jeden Fall daran, dass Sie Ihr Haus und nicht Ihre Einrichtung verkaufen. Die Bilder von aussen sollten unbedingt bei schönem Wetter gemacht werden. Im Innern des Hauses kommt es auf gutes Licht und den richtigen Blickwinkel an. Bei leeren Objekten sollten Sie ein «home staging» in Betracht ziehen.

 

Beschreiben Sie Ihr Haus möglichst präzise und kurz. Für die Käufer ist es natürlich auch wichtig zu wissen, wo Schulen und Einkaufsmöglichkeiten sind, wie weit der Bahnhof oder die Bushaltestelle entfernt ist und ähnliches.

 

 

Werbung für Ihr Haus / Ihre Wohnung

 

Im heutigen Markt stehen die Interessenten nicht mehr Schlange. Ganz im Gegenteil. Daher ist es sehr wichtig, dass Sie am richtigen Ort und zur richtigen Zeit werben. Je nach Standort und Art der Immobilie, kann ein Zeitungsinserat nützlich sein. Insbesondere wenn es eine lokale Zeitung gibt, die von vielen Leuten gelesen wird.

 

Weitaus am meisten Interessenten suchen heute jedoch übers Internet. Hier ist es ratsam, dass Sie sich einige Plattformen und deren Angebote ansehen. So finden Sie heraus, welche Ihnen am besten gefällt und am meisten Angebote aus Ihrer Region enthält.

 

Achten Sie auch darauf, dass der Anbieter seinen Kunden ein Such-Abo anbietet und ihnen regelmässig die neuen Inserate per E-Mail zustellt. Dadurch können Sie sichergehen, dass Ihr Objekt auch von möglichst vielen Interessenten gesehen wird. Hilfreich ist es auch, wenn Ihnen der Anbieter eine Statistik zur Verfügung stellt, wie oft und wann Ihrer Anzeige angesehen wurde. Das hilft Ihnen zu erkennen, ob Ihr Inserat genügend Aufmerksamkeit erregt. Bleiben Sie auch nicht zu lange mit dem Objekt online, sonst kann bald der Eindruck eines «Ladenhüters» entstehen.

 

Im Internet ist es zudem sehr wichtig, dass Sie aussagekräftige Fotos verwenden, die auch im Kleinformat gut funktionieren. Viele Interessenten schauen sich die Angebote heute auf Ihrem Smartphone an.

 

 

Besichtigungen mit Kaufinteressenten

 

Bevor Sie einen Kaufinteressenten zur Besichtigung einladen, sollten Sie von ihm einige Angaben zu den Personalien abfragen. Immerhin öffnen Sie einer wildfremden Person die Türe zu Ihrem Heim. Wenn Sie unsicher sind und ein ungutes Gefühl haben, überprüfen Sie den Interessenten am besten im Voraus.

 

Für die Besichtigung sollte Ihr Haus aufgeräumt sein. Idealerweise lüften Sie vor dem Besuch nochmals kräftig durch und ziehen alle Vorhänge auf. Viele Interessenten wollen auch die Aussicht und die Lichtverhältnisse sehen. Nehmen Sie sich pro Besichtigung mindestens eine Stunde Zeit.

 

Überlegen Sie sich vor der ersten Besichtigung, welches Ihre Verkaufskriterien sind. Möchten Sie einen guten Preis? Ist es wichtig, dass Ihnen die Leute sympathisch sind?

Die Anzahl der Interessenten hat auch viel mit der jeweiligen Marktlage zu tun. Seit gut zwei Jahren ist bei uns in Einsiedeln die Nachfrage, insbesondere nach Eigentumswohnungen stark rückläufig. Rechnen Sie eher mit einer Handvoll Kaufinteressenten in den ersten Wochen als mit Heerscharen in den ersten Tagen.

 

 

Vorbereitungen für den Verkauf

 

Wenn Sie einen Käufer gefunden haben, halten Sie die vereinbarten Konditionen schriftlich fest und unterzeichnen Sie gegenseitig. Sicherheit bietet allerdings nur ein notariell beurkundeter Kaufvertrag. Melden Sie daher den Verkauf so rasch wie möglich beim Notariat an. Gerade wenn die Eigentumsübertragung noch einige Monate in der Zukunft liegt, macht es Sinn, sich so schnell wie möglich durch einen notariell beglaubigten Kaufvertrag abzusichern.

 

Wichtig für Sie als Verkäufer ist vor allem, dass Sie bei der Eigentumsübertragung auch die vereinbarte Kaufsumme erhalten. In der Schweiz ist es üblich, dass der Käufer bereits bei der notariellen Beurkundung des Kaufvertrages ein unwiderrufliches Zahlungsversprechen einer Schweizer Bank über den vereinbarten Kaufpreis mitbringt. Sprechen Sie diesen Punkt mit dem Käufer so früh wie möglich an und achten Sie darauf, dass Ihre Bank und die Bank des Käufers sich diesbezüglich austauschen und die notwendigen Unterlagen rechtzeitig an die jeweils andere Bank gesendet werden.

 

 

Wann lohnt es sich, selbst zu verkaufen – wann nicht

 

Zusammengefasst kann man sagen, dass es auch heute noch möglich ist, ein Haus oder eine Wohnung selbst zu verkaufen. Wichtig ist dabei, dass man seine Fähigkeiten und Ressourcen realistisch einschätzt. Der Verkauf einer Immobilie nimmt viel Zeit in Anspruch. Nebst guten Kenntnissen der Thematik Immobilien, sollten Sie auch Erfahrungen im Internet und bei Verhandlungen haben.

 

Wer unsicher ist oder Aufwand und Probleme scheut, tut gut daran, frühzeitig einen Experten bei zuziehen.